Wohin zum Wochenende? Ideen für spontane Trips durch Deutschland und die Umgebung

Von: Benno Naumann

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Wenn die Seele nicht nach Natur, sondern nach Kultur drängt, reist man in die Städte des Hansebundes – Lübeck, Rostock oder Wismar. Das sind architektonische Perlen mit Backsteingotik, alten Häfen und verworrenen Gassen. Der Reiz dieser Städte liegt darin, dass sie nicht wie Berlin oder München von Touristen überfüllt sind und ihre authentische Atmosphäre des Kaufmanns-Mittelalters bewahrt haben. Man kann sich eine “Heimatkundekrise” ausrichten: alte Wappen an Häusern suchen, in Lübeck lokale Marzipan probieren (das ist doch die Marzipan-Hauptstadt!) und auf den Glockenturm klettern, um die Stadt von oben zu sehen. Für die Gesellschaft von Freunden ist dies ideal, da die Museen hier durch gemütliche Kneipen ersetzt werden und man stundenlang durch die gepflasterten Straßen spazieren kann, von einem Jahrhundert zum anderen.

Die vierte Idee für die Mutigen ist ein Ausflug in den Nationalpark Sächsische Schweiz in der Nähe von Dresden. Es ist ein Paradies für Kletterer und Liebhaber epischer Arten. Aber selbst wenn Sie keine Gipfel bestreiten möchten, bietet der Park Dutzende Wanderwege unterschiedlicher Schwierigkeitsgrad, die durch die berühmten Sandsteinfelsen mit ihren bizarrem Gestaltungsbildern führen. Der einfachste und beeindruckendste Rundweg führt zum Bastayer-Brücke, von der aus Sie den Fluss Elbe und die Burgen ausmachen. Wenn Sie am Wochenende sind, können Sie in einem der malerischen Dörfer, zum Beispiel in Rathen, übernachten. Am Abend sitzen Sie am Kamin (oder auf der Terrasse mit Blick auf die Felsen) und besprechen das Gesehene und planen am nächsten Tag, um die Festung Königstein, die größte Bergfestung Europas, zu besteigen. Diese Reise ist voller Energie und Bewunderung für die Größe der Natur.

Für diejenigen, die es vorziehen, nicht weit von der Metropole entfernt zu sein, gibt es in Nordrhein-Westfalen eine magische Welt der «Schlösser am Wasser». In der Umgebung von Münster oder Köln sind Dutzende kleiner Burgen und Herrenhäuser verstreut, die von Gräben und Parks umgeben sind. Viele davon sind kostenlos oder für einen symbolischen Betrag zugänglich. Veranstalten Sie einen “Burgen-Rallye”: Fahren Sie an einem Tag 3-4 Burgen, machen Sie bei jeder ein Foto am Tor und trinken Sie Kaffee in der örtlichen Konditorei. Das ist sehr ästhetisch, erfordert keine große Vorbereitung und eignet sich sogar bei Unwetter (in Burgen gibt es oft Museen). Außerdem gibt es in Deutschland spezielle touristische Routen, zum Beispiel die «Romantische Straße» oder die «Schlossstraße», aber wir bieten Improvisation an — öffnen Sie die Karte, finden Sie das nächste Schlosssymbol und fahren Sie einfach dorthin. Spontaneität fügt die Schärfe der Empfindungen hinzu.

Und schließlich haben Sie keine Angst, Formate zu mischen. Zum Beispiel, um das kulturelle Dresden mit einer Wanderung in die sächsische Schweiz oder Berlin mit dem Seenland Mecklenburg zu verbinden. Es gibt ausgezeichnete Züge und Autobahnen in Deutschland, so dass sogar zwei Tage ausreichen werden, um ein paar Landschaften zu wechseln. Das Wichtigste ist, die Zeit nicht bis auf die Minute mit Plänen zu füllen. Lassen Sie Raum für Zufälle: eine unerwartete Messe, eine kleine Dorfbräu, ein Sonnenuntergang an einem unbekannten Ort. Denn der Sinn einer spontanen Reise liegt nicht in der Anzahl der Sehenswürdigkeiten, sondern im Gefühl der Neuheit und der Einheit mit den Reisegefährten. Nehmen Sie nur das Allernötigste mit, legen Sie die Telefone weg und lassen Sie die Straße Ihnen führen.

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