Literarischer Herbst in Deutschland: Wohin man für Bücher und Inspiration gehen kann

Von: Benno Naumann

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Der Herbst in Deutschland ist nicht nur goldene Blätter und Kürbissuppe, sondern auch ein wahres Wortfest. Im September und Oktober verwandelt sich das Land in eine große literarische Szene: Festivals, Messen, Lesungen und Preise folgen nacheinander und schaffen einen dichten Kalender für alle, die dem gedruckten Wort nicht gleichgültig sind. Wenn Sie dachten, Lesen sei eine einsame Beschäftigung auf einem Stuhl unter dem Teppich, dann unterschätzen Sie die deutsche Literaturkultur stark. Hier werden Bücher zum Anlass für Meetings, Streitigkeiten, Reisen und sogar ganze Stadtfeste. Und die Hauptsaison wird auf jeden Fall in Erlangen eröffnet.

Traditionell beginnt der deutsche Buchsevent mit dem «Erlanger Poet*Innenfest», das im Jahr 2025 bereits zum 45. Mal stattfand. An drei Tagen, vom 29. bis 31. August, verwandelt sich die kleine bayerische Stadt in eine literarische Hauptstadt: über 80 Autoren und rund 60 Veranstaltungen an ungewöhnlichsten Orten — vom barocken Markgrafentheater bis zum Schlosspark und dem Industriegebiet E-Werk. Und es geht nicht nur um Quantität, sondern auch um Qualität: Im Programm stehen ganze sechs Nominierte für den Deutschen Buchpreis, darunter Kaleb Erdmann, Nava Ebrahimi und Yehona Kitzai. Und auch Natascha Gangl, deren sprachliche Performance die Jury des Ingeborg-Bachmann-Preises «einfach fassungslos» machte. Trotz der Budget-Schwierigkeiten, durch die das Festival einen Tag kürzer wurde, hat es seinen Ruf als das wichtigste Ereignis bewahrt, mit dem das «Buchjahr» beginnt.

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